|
Die Insel Montserrat, im Volksmund "grüner Smaragd der Karibik" genannt, ist nicht nur wegen ihrer üppig grünen, tropischen Landschaft bekannt, sondern auch aufgrund Ihres einzigartigen irischen Erbes, das Jahrhunderte zurückreicht.
Im Jahr 1493 entdeckte Christoph Kolumbus die Insel und nahm sie unter dem Namen Santa Maria de Montserrate, benannt nach dem bekannten Kloster auf dem gleichnamigen Berg Montserrat in Katalonien, für die spanische Krone in Besitz. Jedoch wurde die Insel nie von Spaniern besiedelt.
Aufgrund des mangelnden Interesses der Spanier, wurde Montserrat von Engländern besiedelt, die im Jahr 1632 die erste Siedlung gründeten. In dieser Zeit weitete sich der Englische Bürgerkrieg aus und die Spannungen zwischen Katholiken und Anglikanern erreichten die Karibik. Die irischen Bewohner von der Nachbarinsel St. Kitts wurden nach Montserrat ausgesiedelt und irische Einwanderer aus anderen britischen Kolonien Amerikas stießen Jahre später hinzu. Montserrat wurde so zu einer britischen Kronkolonie.
Von 1871 bis 1956 gehörte Montserrat zur Föderation der Inseln über dem Winde, bis sie 1958 der Westindischen Föderation beitrat. Nach Auflösung der Föderation im Jahr 1962 entschieden sich die Inselbewohner in einer Abstimmung dazu, als britische Kronkolonie bestehen zu bleiben.
Ein Großteil Montserrats wurde am 18. Juli 1995 durch eine Reihe von Ausbrüchen des Vulkans Soufrière Hills verwüstet, woraufhin rund 75 Prozent der Einwohner von der Insel flohen. Als direkte Folge wurde die Hauptstadt Plymouth 1997 aufgrund der Vulkanausbrüche offiziell aufgegeben. Für den Übergang wurde ein Regierungssitz in Brades, am nordwestlichen Ende der Insel errichtet. Die Hauptstadt Plymouth wurde 1997 aufgrund der Vulkanausbrüche offiziell aufgegeben und kann heute als eine Art „modernes Pompeji“ besichtigt werden. Am nordwestlichen Ende der Insel wurde Brades als Übergangsregierungssitz errichtet. Eine neue Hauptstadt ist in Little Bay bereits in Bau.
Little Bay auf Montserrat
|
Bereits seit Ende der neunziger Jahre bauen sich die Einwohner von Montserrat im nördlichen Teil der Insel ein neues Leben auf, von dem die berühmte Gebirgslandschaft weitgehend unberührt bleibt. Aus der Planung des Großbauprojektes „Little Bay“ geht hervor, dass der Fokus auf der Förderung des privaten Sektors und dem ökonomischen Ausbau des administrativen Zentrums liegt - dem urbanen Zentrum. Das schätzungsweise 83 Millionen Euro teure und 80 Hektar große Vorhaben wird sowohl von der Regierung von Montserrat, als auch der von der Regierung von Großbritannien und der Europäischen Union unterstützt und von Privatinvestoren finanziert.
Die Planung hierfür erstreckt sich über mehrere Teilterritorien, darunter Geschäftsviertel, Büroflächen, Unterkunftsmöglichkeiten sowie ein neues Verwaltungs- und Regierungsviertel. Die Attraktion ist ein Boulevard mit Restaurants, Cafés und Boutiquen, welches mit einer angeschlossenen, weitläufigen Uferpromenade und angrenzendem Hafen zum Verweilen einlädt. Ein Museumsviertel sowie ein Kulturzentrum erweitern das Freizeitangebot. Das Großbauprojekt „Little Bay“ wird in den kommenden Jahren das Bild der Insel positiv verändern und damit an Attraktivität gewinnen.
Diese Infrastrukturerweiterung der Insel gründet sich auf die Aktivitäten des Soufrière Hills Vulkanes, bei denen nicht nur der südliche Teil Montserrats, sondern auch die Hauptstadt Plymouth unter der Vulkanasche verschwand. Damit verlor Montserrat, neben dem Verwaltungssitz, auch sein Zentrum, in dem sich das geschäftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben abspielte. Der private Sektor war ebenfalls betroffen und musste einen Großteil seiner Aktivitäten einschränken, was insgesamt einen Rückgang in allen Bereichen der Wirtschaft nach sich zog. Mit dem neuen Bauvorhaben rüstet sich Montserrat für die steigende Anzahl an Touristen, die den „leuchtenden Smaragd der Karibik“ als Eco-Destination nicht nur aufgrund der üppigen Regenwälder schätzen, sondern auch aufgrund der biologischen Artenvielfalt.
|
|